Marcel Reich-Ranicki gibt seinen Namen für bezahlte Veröffentlichungen durch Autoren
16. May 2009 von Beatrice
Es ist kaum zu glauben, aber wahr!
Anfang des Jahres berichtete ich im peo-Blog in dem Beitrag „Autoren können auch lesen – nicht nur schreiben“ von den Machenschaften eines Verlages, der Autoren freudig informiert bzw. ihnen gratuliert, dass ihr Manuskript in dem Verlagsprogramm aufgenommen wird. Allerdings findet der Autor erst im Kleingedruckten des Vertrages die Verpflichtung zu hohen Beträgen durch den Autor selbst.
Nun gibt es in den Briefkästen deutscher Autoren Werbepost dieses Verlages, der erfreut berichtet, dass er Gedichte der Autoren in einem Gedichtband veröffentlichen will und sich freuen würde, die Lyrik des angeschriebenen Autors abdrucken zu dürfen.
Das Vorwort schreibt einer der berühmtesten Kritiker: Marcel Reich-Ranicki. Der Literaturkritiker ist allerdings wohl der Einzige, der für dieses Werk entlohnt wird, weil er als Vitamin B in der Autorenbranche gilt. Aber auch diese Post enthält den Hinweis, dass der Autor für bis zu drei Seiten nur sagenhafte 780 Euro zu begleichen hat. Beschreibt er sogar sechs Seiten dieses Buches, kriegt er diese für nur 980 EUR.
Es ist für viele Autoren ein Rätsel, dass Herr Reich-Ranicki sich für solche Sachen hergibt. So gibt er seinen Namen für Werke und Autoren, die er nicht mal kennt, aber, die sich seinen Namen leisten wollen und auch können.
Dabei bleibt dann nur zu hoffen, dass Ranicki diese ihm unbekannten Seiten nicht versehentlich in einem öffentlichen Auftritt total ins Nichts zerlegt, da er nicht weiß, dass er genau dafür seinen Namen gab.
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