Autoren können auch lesen und nicht nur schreiben
23. January 2009 von Sergej

Der Deutsche Literaturverband macht unbekannten Schriftstellern große Hoffnungen, indem er auf seiner Website wirbt, auch weniger bekannten Künstlern eine Chance zu geben.
Diese Schrift macht Hoffnung. Und es dauert dann auch nicht lange, bis man eine Nachricht des Verlags erhält. Der Verlag informiert den Autor freudig, dass dessen Manuskript die Hürde des Eingangslektorats bestanden habe und dass er sich noch zwei bis drei Wochen bis zum endgültigen Bescheid gedulden solle.
Tatsächlich dauert es keine zwei Wochen, da erhält man bereits eine Nachricht. Es ist eine freudige Mitteilung, denn das eingesandte Manuskript kann ,,problemlos’’ veröffentlicht werden.
Doch wehe der Autor liest dann den Vertrag: Dort wird beiläufig mitgeteilt, dass der Autor für die Wahl des Hardcovers knapp 17.000 EUR zu bezahlen hat. Begnügt er sich mit einer Taschenbuchausgabe, beläuft es sich bei etwas unter 9.000 EUR. Selbstverständlich tritt der Autor in diesem Vertrag alle seine Rechte ab. Darüber hinaus wird er in Kenntnis gesetzt, dass er an der Erstausgabe keinerlei Beteiligung bekommt.
Denken manche Verlage, Autoren können schreiben und nicht lesen? Wo sind noch die Verlage, die sich mit unbekannten Autoren auseinander setzen? Oder schreiben Autoren ausschließlich zur eigenen Befreiung, zum Abtauchen in eine andere Welt, in ein anderes Leben, um dem Alltag zu entfliehen? Natürlich tun Künstler dies der Hauptsache. Doch wollen sie nicht, dass deren Worte dann auch eines Tages Früchte tragen?
Text: © Beatrice Voglrieder
Bild: © nons77, ,,See it through my eyes’’ / www.piqs.de
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